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K
 
Kachö Wangpo

[1350 - 1405] Der zweite Shamarpa Kachö Wangpo war in der Lage, sich seines Wissens aus früheren Inkarnation zu erinnern. Mit drei Jahren begann er zu lehren. Der vierte Karmapa Rolpe Dorje inthronisierte Shamarpa - der sich selbst zu erkennen gab - als dieser sechs Jahre alt war.
Er wurde Mönch und überwachte streng die Einhaltung der Pratimoksha- und Bodhisattva-Versprechen. So hatte er es schon in seiner vorherigen Inkarnation getan. Karmapa gab ihm eine Diamantweg- Ermächtigung, durch die man in die wahre Natur aller Phänomene eintritt.
Von Karmapa erhielt er weiterhin die Ermächtigungen auf Mahamudra, die sechs Lehren von Naropa und ebenso die kostbare "Geflüsterte Übertragung". Shamarpa studierte mit vielen großen Lamas und Siddhas die Sutras und Tantras. Er hatte an seine eigene Praxis hohe Anforderungen und spornte die faulen Geister der trägen Meditierenden zu größerem Fleiß an.
Nachdem ihm in einer Zeremonie die rote Krone übergeben wurde, erinnerte der vierte Karmapa an die Vorhersage des zweiten Karmapas. Karma Pakshi hatte vorhergesehen, daß sich die weiteren Karmapas in zwei getrennten Nirmanakaya Formen manifestieren würden. Er sagte zu Shamarpa: "Du bist die eine Manifestation, während ich die andere bin. Daher liegt die Verantwortung zur Erhaltung der Kontinuität der Belehrungen der Kagyü-Linie gleichermaßen bei Dir wie bei mir." Dann machte Karmapa ihn offiziell zu seinem Vertreter, sowohl zeitlich als auch spirituell. Als der vierte Karmapa starb, wurde Shamarpa der Halter die Kagyü-Linie. Er inthronisierte den fünften Karmapa und übertrug ihm als sein Lehrer die tiefgründigen Belehrungen. Einer von Shamarpas wichtigsten Schülern - Sokwön Rigpai Raldri - wurde später der Lehrer des sechsten Karmapas.

 
Kagyü Mönlam
Mönlam
 
Kagyü Linie

Die yogische Übertragungslinie unter den vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus. Sie umfasst sowohl die alte (Nyingma) und die neue (Sarma) Belehrungen, die Tibet erreichten. Sie ist sehr praxis-orientiert und wird als "Schule der mündlichen Übertragung" bezeichnet. Die Kagyü-Schule kam durch Marpa den Übersetzer um das Jahr 1050 herum nach Tibet. Diese Lehren gelangten über Milarepa zu Gampopa. Ihre Kraft leitet sich aus dem engen Band von Schüler und Lehrer ab.
Vier große und acht kleine Schulen wurden von Gampopas vier wichtigsten Schülern gegründet. Heute sind die großen alle in die Karma Kagyü zusammengeflossen, deren Oberhaupt Karmapa ist. Unter den kleinen Schulen haben die Drugpa und Drikung Kagyü viele Anhänger in Bhutan und Ladakh.

 
Kalachakra

[wörtl. das Rad der Zeit] Ein Zyklus komplexer Belehrungen der Kosmologie, Geschichte, Psychologie, Medizin und spirituelle Praxis in einem zusammenhängenden System umfasst.
Außerdem der Name eines Tantras und des Buddha-Aspekts "Rad der Zeit".

 
Kalender

Der tibetische Kalender ist in Hauptzyklen von 60 Jahren Dauer unterteilt. Dieser 60 Jahre dauernde Zyklus ist wiederum in fünf 12-Jahres-Zyklen unterteilt. Jedem dieser Jahre ist ein Tiername zugeordnet.
1. Hase
2. Drachen
3. Schnecke
4. Pferd
5. Schaf
6. Affe
7. Vogel
8. Hund
9. Schwein
10. Maus
11. Ochse
12. Tiger

Zwei aufeinander folgende Jahre sind mit einem der fünf Elemente gekoppelt:
1. Feuer
2. Erde
3. Eisen
4. Wasser
5. Holz

So erhält man z.B. ein Erde-Drachen-Jahr, gefolgt von einem Erde-Schnecken-Jahr, gefolgt von einem Eisen-Pferd-Jahr, usw. Nach 60 Jahren wiederholen sich die Kombinationen und der Zyklus ist geschlossen.
Der Kalender wurde im Jahr 1027 mit dem Feuer-Hasen-Jahr eingeführt. Der 16. Zyklus endete 1986 mit dem Feuer-Tiger-Jahr. Zur Zeit leben wir im 17. Zyklus. Gemäß der Tsurphu-Tradition dauert das Holz-Vogel-Jahr bis zum 30.01.2006, am 31.01.2006 beginnt das Feuer-Hund-Jahr.
Das tibetische Jahr basiert auf zwölf Mondmonaten und dauert 360 Tage. Um mit dem Sonnenjahr Schritt zu halten (365,25 Jahre) wird alle drei Jahre ein Schaltmonat eingefügt. Es gibt eine clevere Berechnung um zu entscheiden, welcher Monat der Schaltmonat sein wird. Dieser Monat wird dann ganz einfach wiederholt. 1997 wurde der fünfte Monat des Feuer-Ochsen-Jahres wiederholt.
Da 12 Mondmonate nur 354,5 Tage ergeben, fallen pro Jahr fünf bis sechs Tage aus.
Um ein Datum aus dem westlichen Kalender in den tibetischen zu übertragen - und umgekehrt - ist der genaueste Kalender der "Tibetische Kalender der Tsurphu Tradition", der vom 3. Karmapa Rangjung Dorje entwickelt wurde.
Durch den Schaltmonat wandert der tibetische Neujahrstag (Losar) zwischen Februar und März hin und her.
Der Monat beginnt mit der ersten zunehmenden Mondsichel. Vollmond ist am 15. Tag eines Monats.

 
Kalpa
Ein Weltzeitalter; umfasst einen Zyklus des Entstehens und Vergehens eines ganzen Universums.
 
Kanjur

Ins Tibetische übersetzte Sammlung der direkten Lehren Buddhas, die von dem großen Gelehrten Buton Rinchendrup (1290-1364) und weiteren Meistern zusammengetragen wurde. Sie umfasst je nach Ausgabe zwischen 100 und 108 Bände. Siehe auch Tenjur.

 
Karma

[tib. Le, wörtl. Handlung] Das Gesetz von Ursache und Wirkung. Alle körperlichen, verbalen und geistigen Handlungen hinterlassen Eindrücke im Geist, deren Resultate wiederum in den Erfahrungen dieses und weiterer Leben heranreifen. Schädliche Handlungen bringen Leid, positive Glück. Ein Verständnis von Karma bedeutet, daß wir mit unseren Handlungen hier und jetzt unsere eigene Zukunft bewusst bestimmen können.

 
Karma Gön

In den andalusischen Bergen in Spanien, nahe dem Ort Aldea Alta (in der Nähe von Malaga) liegt dieses Zentrum der Kagyü-Linie. Jedes Jahr findet ein großer Phowa-Kurs mit Lama Ole Nydahl und großen tibetischen Lehrern statt. Zu diesem Ereignis kommen Teilnehmer aus der ganzen Welt.
Karma Gön ist in stetiger Expansion und Entwicklung, inspiriert durch den Gedanken ein Zentrum zu werden, das geeignet ist eine führende Rolle in der Entwicklung des modernen Kagyü-Buddhismus im Westen zu übernehmen [ mehr].
Karma Gön ist auch der Name eines tibetischen Klosters, welches der erste Karmapa gegründet hat. Es befindet sich in der östlichen Provinz Kham und ist einer der drei Hauptsitze der Karmapas in Tibet.

 
Karma Pakshi

[1204 - 1283] Er wurde in Ost-Tibet, in Chilay Tsakto geboren und war eine Art Wunderkind. Schon im Alter von sechs Jahren hatte er sich selbst Lesen und Schreiben beigebracht. Mit zehn Jahren zeigte er ein fotografisches Gedächtnis für Texte. Auf dem Weg zur weiteren Ausbildung in Zentral-Tibet traf er Pomdragpa Sonam Dorje. Diesem war durch eine Vision von Düsum Khyenpa, dem erstenKarmapa, mitgeteilt worden, daß der Junge der nächste Linienhalter werden würde. Karma Pakshi wurde überredet zu bleiben und er erhielt die Kagyü-Übertragungen. Er war bekannt für seine Kräfte und hatte Schüler in ganz Tibet, China und der Mongolei.

 
Karmapa

[wörtl. Mann der Aktivität] Der erste bewusst wiedergeborene Lama in Tibet und der spirituelle Führer der Kagyü-Linie des Tibetischen Buddhismus. Die Karmapas verkörpern die mitfühlende Aktivität aller Buddhas und wurden von Buddha Shakyamuni und Guru Rinpoche vorhergesagt. Vor ihrem Tod hinterlassen die meisten Karmapas einen Brief, der die genauen Umstände ihrer nächsten Wiedergeburt enthält.
Bis heute gab es 17 Inkarnationen:
1. Düsum Khyenpa (1110 - 1193)
2. Karma Pakshi (1204 - 1283)
3. Rangjung Dorje (1284 - 1339)
4. Rölpe Dorje (1340 - 1383)
5. Deshin Shegpa (1384 - 1415)
6. Thongwa Dönden (1416 - 1453)
7. Tschödrag Gyamtso (1454 - 1506)
8. Mikyö Dorje (1507 - 1554)
9. Wangchuk Dorje (1556 - 1603)
10. Tschöying Dorje (1604 - 1674)
11. Yeshe Dorje (1676 - 1702)
12. Tschangchub Dorje (1703 - 1732)
13. Düdül Dorje (1733 - 1797)
14. Thegchog Dorje (1798 - 1868)
15. Khakyab Dorje (1871 - 1922)
16. Rangjung Rigpe Dorje (1924 - 1981)
17. Thaye Dorje (1983 – )

 
Karmapa Meditation

[tib. Lamae Naljor, Skt. Guru Yoga] Meditation auf den Buddha in der Form des eigenen Lehrers. Der direkteste Weg dessen Segen von Körper, Rede und Geist zu erhalten, ist durch die Identifikation mit seinem erleuchteten Zustand. Das heißt nicht, eine Kopie zu werden, sondern im gleichen furchtlosen Raum zu verweilen.

 
Karmische Tendenzen

Gewohnheitstendenzen oder subtile Neigungen, die durch wiederholte Handlungen aus früherer Zeit entstanden und als Eindrücke im Speicherbewusstsein gelagert sind. Sie geben dem Geiststrom eine bestimmte Richtung und führen immer wieder zu entsprechenden Gewohnheiten.

 
Kajas, Drei

Die drei Zustände der Gesamtheit der vollständig erleuchteten Erfahrung. Die drei Zustände (oder "Körper") der Erfahrung eines Buddhas sind Wahrheitszustand (Dharmakaya), Freudenzustand (Sambhogakaya) und  Ausstrahlungszustand (Nirmanakaya).

 
Khakhyab Dorje

[1871 - 1922] Der 15. Karmapa sprach das Mantra von Chenresig, als er in Sheikor, in der Provinz Tsang in Zentral-Tibet, geboren wurde. Fünf Jahre später konnte er die Schriften lesen. Aufgefunden und inthronisiert wurde er durch Kyabgon Drukchen, die Kagyü-Belehrungen erhielt er von Jamgön Kongtrul Lodrö Thaye. Khenchen Tashi Ozer und andere Meister vervollständigten seine Ausbildung. Er lehrte und gab Ermächtigungen in ganz Tibet und erhielt viele seltene Texte, indem er sie kopierte.
Im Gegensatz zu den anderen Karmapas heiratete er und hatte drei Söhne. Zwei davon wurden als der zweite Jamgön Kongtrul und der 12. Shamarpa Jamyang Rinpoche erkannt. Unter seinen engsten Schülern waren Situ Pema Wangchok Gyalpo (den Karmapa als die Situpa Reinkarnation erkannte), Jamgon Palden Khyentse Ozer und Beru Khyentse Lodro Mizay Jampa'i Gocha.

 
Khaydrub Drapka Senge

[1283 - 1349] Der dritte Karmapa Rangjung Dorje stellte den ersten Shamarpa Khaydrup Drakpa Senge mit roter Krone vor. Diese Geste war die Bestätigung dafür, daß dieser vorbildliche Schüler unübertroffen in seiner Verwirklichung und Fähigkeiten ist und ihm in jeder Beziehung ebenbürtig. Die rote Krone, die Shamarpa trug, ähnelt der schwarzen Krone von Karmapa. Die schwarze Krone ist eine Nachbildung der Krone, die ständig über dem Kopf eines Karmapas schwebt und die nur von Wesen gesehen werden kann, die einen außergewöhnlichen reinen Geist haben. Diese nicht wahrnehmbare Krone ist aus dem Haar von Dakinis hergestellt worden. Sie wurde von ihnen hergestellt und an Karmapa in Bewunderung seiner Verwirklichung übergeben. Der Buddha machte diese Vorhersage im "Guten Kalpa Sutra": "In der Zukunft wird ein Maha- Bodhisattva mit rubin-roter Krone kommen, um die Leidenden aus ihrem Zyklus der Verwirrung und des Elends herauszuführen." Die Vorhersage des Buddhas wurde durch Shamarpa erfüllt.
Dieser Buddha in der Form eines Bodhisattvas ist den Tibetern als der "Thatagatha Köncho Yenlak" oder der "Karmapa mit rotem Hut" bekannt.
Der erste Shamarpa war ein sehr begabtes Kind. Früh in seinem Leben wurde offensichtlich, daß er einen brillianten Geist hat. Was jedoch weniger offensichtlich war, war seine Hellsichtigkeit. Er hat die Diamantweg (Vajrayana)-Belehrungen von einer Dakini erhalten, die nur er kannte. Von allen Übertragungen, die er erhalten hatte, fühlte er sich zu der Praxis von Dorje Pagmo (Vajra Varahi) am stärksten hingezogen. Sein Hauptlehrer war der 3. Karmapa, aber er studierte bei nicht weniger als fünfzig der größten Lamas, Siddhas und Übersetzern seiner Zeit. Unter der geschickten Führung seiner Lehrer wurde Shamarpa sehr versiert in allen Aspekten von Buddhas Lehre. Er zeigte großes Geschick in der Kunst der Debatte und demonstrierte seine Fähigkeiten Zweifel und falsche Vorstellungen auszuräumen. Shamarpa verfasste Texte über Tantras und einen Kommentar zum Prajnaparamita Sutra.

 
Khenpo

Der höchste Ausbilder oder die höchste spirituelle Autorität in einem Kloster. Obwohl der Titel oft als "Abt" übersetzt wird, ist der Khenpo normalerweise nicht der Verwalter des Klosters.
Der Titel wird ebenfalls für Lamas mit großem Wissen verwendet.

 
Khepa Nyibum

[1158 - 1213] Khepa Nyibum war der Sohn von Gyelwa Shangton (Phowa-Linie). Im Alter von fünf Jahren hatte er schon Ermächtigungen und Belehrungen von seinem Vater erhalten und diese gemeistert. Bis zu seinem 20. Geburtstag studierte er ausschließlich die Dharma-Praxis. Später studierte er viele Sutras und Tantras bei verschiedenen Lehrern. Bis zu seinem Tod zeigte er viele außergewöhnliche Zeichen.

 
Khorlo Demschok
Höchste Freude
 
Khyentse Do Ngag Lingpa

[1910 - 1991] Khyentse Do Ngag Lingpa ist normalerweise unter dem Namen Dilgo Khyentse Rinpoche Tashi Paljor bekannt. Er ist, wie Jamyang Tschokyi Lodrö eine Reinkarnation von Jamyang Khyentse Wangpo.
Als Heranwachsender erhielt er die Longchen-Nyingthig Übertragung und Erklärungen von verschiedenen Lehrern. Die wichtigsten davon waren Jamyang Tschokyi Lodrö (Phowa-Linie) und Adzom Drukpa. Schon als 18 jähriger ging er für 12 Jahre ins Retreat. Auf Einladung des bhutanesischen Königs verbrachte er viele Jahre in Bhutan. Er baute ein großes Kloster in der Nähe der Bodhnath- Stupa in Kathmandu. Mitte der siebziger Jahre begann er häufiger in den Westen zu reisen. In der Nähe von Karmapas Dhagpo Kagyü Ling Zentrum gründete er ein eigenes Dharma-Zentrum. Er starb im September 1991 in Bhutan.

 
Khyil-Khor
Mandala
 
KIBI

Karmapa International Buddhist Institute.
Das KIBI befindet sich in Neu-Dehli und bietet ein vierjähriges Programm für buddhistische Studien an. Der Unterricht findet von Mitte Oktober bis Mitte März statt. Die Kern-Belehrungen umfassen buddhistische Philosophie, Epistemologie (Erkenntnislehre) und die tibetische Sprache. Die Kurse sind so gestaltet, daß sie den Anforderungen von Anfängern und Fortgeschrittenen genügen.
Eine detaillierte Beschreibung der Aktivitäten ist hier verfügbar.

 
Klare-Licht-Meditation
[tib. Ösel] Eine der Sechs Lehren von Naropa
 
Klares Licht

Ausdruck für die nicht bedingte Natur der Dinge, die Samsara und Nirvana durchdringt. Zeigt sich spontan im Verlauf des Sterbeprozesses und kann dann, vor allem als Resultat vorheriger Meditationserfahrung, als die eigene Natur erkannt werden.

 
Kleiner Weg
[tib. Thek Chung, skt. Hinayana, heute: Theravada]
 
Klesha
Störgefühle, einer der acht Aspekte des Bewußtseins.
 
Koan

Worte oder Phrasen, über die in manchen Schulen des Zen-Buddhismus meditiert wird, um über begriffliche Geisteszustände hinauszugelangen und eine Bewusstheit der Wirklichkeit zu erreichen. Es soll insgesamt ca. 1.700 verschiedene bekannte Koans geben.

 
Körbe, Drei

[tib.: De nö sum, skt.: Tripitaka] Sammlungen von Lehren Buddhas in den drei Gruppen von Vinaya, den Lehren über das richtige Verhalten; Sutra, den Lehren zur Meditationspraxis und Abhidharma, den Lehren zur Weisheit.

 
Kosmologie

Im Buddhismus gibt es verschiedene Kosmologien. Theravada, Mahayana, Kalachakra und Mahamudra haben verschiedene Wege die Welt zu betrachten und zu erklären. Der Umfang der Welt ist ebenfalls unterschiedlich. All diese Erklärungen unterscheiden sich im einen oder anderen Punkt recht deutlich vom heuten astrophysikalischen Standpunkt.

  • In der Theravada-Kosmologie gibt es nur eine Welt. Unsere Welt. In ihrem Zentrum befindet sich der Berg Meru mit Gebirgsketten und vier Hauptkontinenten, die den Berg umgeben. Der südliche Kontinent "Jambu" (Indien) ist der Ort an dem wir leben. Die anderen Kontinente sind ebenfalls bewohnt, aber Jambu ist der einzige Platz, an dem sich die Wesen entwickeln können. Durch gute Handlungen kann das Karma der Wesen mit guten Eindrücken gefüllt werden.
    Ohne Anfang und Ende entstehen und vergehen die Welten durch das Karma der fühlenden Wesen.
  • In der Mahayana-Kosmologie ist die Struktur der Welt (Meru, vier Hauptkontinente) gleich der im Theravada. Doch gibt es nicht nur eine Welt, sondern zahllose Welten. Diese sind hierarchisch angeordnet. Gewöhnliche Welten entstehen aus dem Karma der Wesen. Die sogenannten Reinen Länder, die Kraftfelder der Buddhas und Bodhisattvas, entstehen aus ihrem Mitgefühl. Auch in dieser Kosmologie gab es nie einen Anfang in Raum und Zeit. Die Welten entstehen und vergehen bis alle Wesen aus dem Kreislauf der Existenzen befreit worden sind.
  • Die Kalachakra-Kosmologie enthält eine etwas andere Beschreibung der Welt. Sie beschäftigt sich mit der Integration von Mikro- und Makrokosmos in ein zusammenhängendes System. Weiterhin beinhaltet sie ein astrologisches System.
  • Im Mahamudra gibt es eigentlich keine Kosmologie. Man spricht von der "Nicht-Kosmologie". In den oben genannten Kosmologien ist Karma die Ursache für das Entstehen und Vergehen der Welten. Mahamudra definiert das Universum als ursprünglich rein. Alles Wahrgenommene ist lediglich ein Ausdruck des reinen Zustandes des Geistes.
 
Kraftfeld
Mandala
 
Kraftkreis

Ausdrucksform erleuchteter Eigenschaften in der Form eines Buddha-Aspektes mit seiner Umgebung (Mandala), als Reines Land oder als Energiefeld, in dem sich Segen und Inspiration eines Meditationsmeisters ausdrücken. Z.B. drückt sich in einem Meditationszentrum der Karma Kagyü-Tradition der Kraftkreis von Gyalwa Karmapa aus.

 
Kronen-Zeremonie
Schwarze Krone
 
Kumaraja

[1266 - 1343] Kumaraja zeigte schon als Kind spezielle Qualitäten und studierte bei vielen großen Lamas. In Tsurphu erhielt er die Übertragung der Kagyü-Linie. Er traf den Meister Orgyenpa und den dritten Karmapa Rangjung Dorje, der zu dieser Zeit erst drei Jahre alt war. Sein Haupt-Lehrer war Melong Dorje (Phowa-Linie) von dem er viele Übertragungen erhielt. Da er nichts besaß, was er seinem Lehrer opfern konnte, arbeitete er acht Jahre lang hart für ihn, indem er Abschriften von Büchern erstellte und malte.
Nach dem Tod von Melong Dorje lud ihn der dritte Karmapa nach Tsurphu ein, wo Kumaraja Karmapa die Maha Ati Übertragung gab. Zu dieser Zeit gab es niemanden, der in der Lage gewesen wäre, die Übertragung zu erhalten. Und so wurde der dritte Karmapa der Linienhalter von Maha-Ati, bis Kumaraja diese Übertragung an Longtschen Rabjam weitergeben konnte.
Karmapa hatte die Übertragung schon durch eine Vision von Drime Shenyen (Vimalamitra) erhalten. Aber er war ein Schüler von Kumaraja und wollte seinen Schülern ein Beispiel geben wie man einem Diamantweg-Lehrer folgt. Er erhielt ebenso visionäre Übertragungen von Guru Rinpoche. Trotzdem lud er den Meister Gyalse Legpa ein, so daß Karmapa die Übertragungen formell von ihm erhielt. Die spezielle Transmission, die Karmapa gab, hieß Karma Nyingthig, "Herz-Essenz von Karmapa". Seit dieser Zeit sind die Maha-Ati-Belehrungen Teil der Kagyü-Übertragung. Anschließend praktizierte Kumaraja die Belehrungen für lange Zeit in Abgeschiedenheit unter den härtesten Bedingungen, bevor er für das Wohl aller Wesen arbeitete.

 
Künchok Jungnay

[1733 - 1741] Die neunte Inkarnation von Shamarpa wurde in Paro, Bhutan, geboren. Er wurde durch den achten Tai Situ Rinpoche anerkannt. Durch die ungünstigen karmischen Bedingungen der Zeit starb er schon mit acht Jahren.

 
Künchok Yenlak

[1526 - 1583] Als der fünfte Shamarpa geboren wurde, erblühten Blumen durch den Schnee des tibetischen Winters. Bei seiner Geburt setzte sich das neu geborene Baby auf und verkündete dreimal "Ah Hung" als spontaner Ausdruck seiner ungeborenen Natur. Diese Silben drücken die ungeborene Natur aller Phänomene aus.
Als der achte Karmapa Mikyö Dorje in Tsari war, einer Nachbar-Provinz von Gaden Kongsar in Kongpo, traf er den zwei Jahre alten Shamarpa. Der Karmapa öffnete für Shamarpa freudvoll seine Arme. "So kehrt der Shamarpa zurück", stellte er fest. Er setzte das Kind auf seinen Schoß und schnitt ihm das Haar, als ersten Schritt zu seiner zukünftigen Ordination. Der fünfte Shamarpa erhielt in einer Zeremonie den Namen Könchock Yenlak und seine rote Krone. Shamarpa blieb bei Karmapa bis er zwölf Jahre alt war und erhielt die Einweihung auf die sechs Lehren von Naropa, Mahamudra und viele andere Belehrungen der Kagyü-Linie.
Der achte Karmapa hatte zwei außergewöhnliche Schüler in Tsukla Trengwa - Shamar Rinpoche und den zweiten Pawo Rinpoche. Shamarpa schlug unermüdlich jeden Weg ein, der zu einem besseren Verständnis des Dharma führen würde. Er war ein strahlender Schüler, der den Dharma durch große Zyklen von Aktivität, Studium und Meditation verbreitete. Als der achte Karmapa seinen Körper verließ, wurde von ihm ein präziser Brief mit Vorhersagen hinterlassen. Dieser enthielt die Beschreibung des Ortes seiner Wiedergeburt, was das Auffinden seiner neunten Inkarnation ermöglichte. Der fünfte Shamarpa wurde der Wurzel-Lama des neunten Karmapas Wangchuk Dorje. Als Halter der Kagyü-Linie, in der Abwesenheit des spirituellen Führers, gab er alle Belehrungen an einen jungen und empfänglichen Karmapa weiter.

 
Kuntu Sangpo

[skt. Samantabhadra] Dharmakaya. In der Nyingma-Tradition wird der Dharmakaya als " Wahrheitszustand" bezeichnet. Er wird durch die Form des Wurzel- Buddhas Kuntu Sangpo symbolisiert. Alle Dharma-Belehrungen gehen zurück auf den "Wahrheitszustand", der kompletten Verwirklichung der Natur des Geistes. Er wird als die Quelle aller Tantras betrachtet. 

 
Kyab Dro
Zuflucht

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