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Unter den Zwölf Gliedern des Abhängigen Entstehens versteht
man eine Kausalkette, die beschreibt, wie das Leid aus Unwissenheit entsteht, und wie dieses
Nichtwissen weiter auf unser Denken und Handeln einwirkt. Die Kausalkette umfasst sowohl
Körperliches als auch Geistiges, das sich gegenseitig durchdringt. Wir gestalten damit die Qualität
unseres Bewusstseins und legen die Spuren karmischer Tendenzen.
Die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens in ihrer
Abfolge:
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Unwissenheit: Das Bewusstsein erkennt sich selbst nicht, was
die Grundlage für Störgefühle ist. Es gibt zwei Arten: Unwissenheit in Verbindung mit störenden
Gefühlen und subtile Unwissenheit, das Haften an Vorstellungen und Konzepten.
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Tendenzen oder Gewohnheitsmuster: Positive, negative oder
neutrale Tendenzen werden angesammelt.
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Dualistisches Bewusstsein:
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das Basisbewusstsein und die Tendenzen darin, die durch
Handlungen entstehen;
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der herangereifte Aspekt dieses Bewusstseins, der die Dinge
entstehen lässt.
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Name und Form: „Form“ bezieht sich auf die Entwicklung des
physischen Körpers und ist eine der fünf Ansammlungen (skt.: Skandhas, Ansammlungen). „Name“ steht
für die vier anderen Skandhas: Gefühl, Unterscheidung, Geistesfaktoren und Bewusstsein. Schließlich
drückt sich ein Körperbewusstsein über die fünf Sinne aus.
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Sinnesorgane und Sinnesfähigkeiten: Aus dem Tibetischen
wörtlich übersetzt, heißt es „Öffnung für die Wahrnehmung“.
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Kontakt oder Berührung: Die Sinnesfähigkeit trifft über das
Sinnesorgan auf das Objekt. Das Zusammentreffen dieser drei ist Berührung. Durch die Wahrnehmung
von Objekten entsteht das nächste Glied, nämlich
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Gefühl: Man unterscheidet angenehm und unangenehm, gut und
schlecht usw.
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Verlangen: Auf Grundlage dieser Gefühle entsteht Verlangen,
und man erlebt, je nach Art des Gefühls, einen starken, schwachen oder neutralen Bezug zu
etwas.
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Ergreifen: entsteht aus dem Verlangen und bedeutet, dass man
sich bemüht, etwas zu bekommen (z.B. Nahrung oder Kleidung usw.) die so entstandene Illusion der
Trennung zwischen einem selbst und anderen führt zum
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Werden: Dies ist die Kraft des Karmas, das zur Wiedergeburt
führt.
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Geburt: Wir werden Stunde um Stunde älter.
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Aus der kontinuierlichen Veränderung der Skandhas entsteht das
letzte Glied: Alter und Tod.
Auf diese Weise schließt sich der Kreislauf, und die Glieder
des abhängigen Entstehens wirken endlos weiter, bis schließlich irgendwann Befreiung vom Kreislauf
der Existenz erreicht wird.
Im Tibetischen Buddhismus ist die Bildsymbolik sehr wichtig.
Die künstlerische Darstellung der Lehrinhalte hilft dabei, die Lehren verständlicher werden zu
lassen. Traditionellerweise sind die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens im Kreis des
Lebensrades, einer Darstellung der bedingten Existenz von Samsara, abgebildet. Zu den einzelnen
Punkten gehört jeweils ein Symbolbild, das den theoretischen Inhalt des Kettenglieds treffend
veranschaulicht.
Die Lehre von den Zwölf Gliedern des Abhängigen Entstehens ist
keine lebensfremde Theorie. Sie hilft uns, das eigene Bewusstsein zu erforschen und Dinge zu
verändern. So sind wir in der Lage, jene Probleme in den Griff zu bekommen, die durch allzu fest
gefügte Lebensmuster entstehen. Wir können mit dieser Lehre schließlich die grundlegende
Unwissenheit vollkommen entfernen und die Weisheitsnatur unseres Geistes
erkennen.
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