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Der Buddhismus kennt zwei Ebenen der so genannten „Erleuchtung“
. Die Erkenntnis, dass Körper, Gedanken und Gefühle in ständiger Veränderung sind und deswegen
kein wirkliches „Ich“ bilden können, wird Befreiung genannt. Indem man die zwanghaften
Vorstellungen einer festen Identität aufgibt, erlebt der Geist einen zutiefst entspannten Zustand
inneren Friedens. Das ist das Ziel des Theravada Buddhismus und gilt als kleinere Erleuchtung, da
diese Erfahrung nur zum eigenen Nutzen erlangt wird.
Im Großen Weg und Diamantweg bildet die Befreiung die
Grundlage für die weitere
Entwicklung bis zur so genannten vollen Erleuchtung. Hat man erst einmal den eigenen Geist
als Raum-Offenheit verstanden, wird man völlig furchtlos und erlebt sich nicht mehr als Zielscheibe
von Angriffen. Auf dieser Basis wird der weitere Weg zur vollen Erleuchtung beschritten.
Mithilfe ausgedehnter Meditationen löst man jegliche Trennung
zwischen Erleber, Erlebnis und Erlebtem auf. Die bedingten Zustände der Wesen, die in Ich-Illusion
leben, werden ebenso klar ersichtlich wie ihr ursprüngliches Buddha-Potenzial. Eine grenzenlose
Freude lässt jeden Augenblick zum einzigartigen Erlebnis werden, bei dem sich die selbst
entstandenen Fähigkeiten und Qualitäten des Geistes völlig mühelos und spontan zeigen.
Innere Erfahrungen und äußere Welten sind im Geist enthalten,
ähnlich wie die Wellen im Meer auftauchen und untrennbar mit ihm verbunden sind. Völlig frei von
Störgefühlen und festen Konzepten, offenbart sich jede Erfahrung als Ausdruck der Weisheit des
Geistes, während alle Aktivitäten andere Wesen auf die Möglichkeit der eigenen Erleuchtung
aufmerksam machen.
Erst jenseits von dualistischen Vorstellungen, ohne Hoffnungen
und Befürchtungen, zeigt sich die höchste Wahrheit als höchste Freude. Bei dieser letztendlichen
Erleuchtung kommen Allwissenheit, selbst entstehende Freude, tatkräftige Liebe und aktives
Mitgefühl in ungehinderter und grenzenloser Weise zum Vorschein.
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